Mein Jakobsweg 2006 · Tag 81 & 82 · Heimreise

Santiago de Compostela – und die Heimreise

📅 Montag, 24.07. – Dienstag, 25.07.2006🎆 Feuerwerk an der Kathedrale🤝 Letzte Begegnungen🏠 Heimreise

Zurück in Santiago

Mit dem Bus wieder in Santiago angekommen, zog ich kreuz und quer durch die Stadt auf der Suche nach einer Bleibe. 30 € für eine Nacht waren mir jedoch zu viel. So führte mich meine Suche in die Albergue Acuario. Oh Gott, bis ich die gefunden hatte … Mann, Mann, Mann! 7 € die Nacht, und um 2 Uhr nachts wurde geschlossen. OK!

In der Stadt waren jede Menge Trubel, Musik und Böllerschüsse. Ich kaufte mir Brot, Wein und Käse und setzte mich auf den Platz vor der Kathedrale. Links neben mir saßen zwei ältere Deutsche, und rechts bauten zwei Männer von der ARD ihre großen Kamerastative auf. Sie hatten Dietmar aus Weilheim auf seinem Weg begleitet. Er hat den Camino mit einem Spezialrad gemeistert, da er querschnittsgelähmt ist. Die Reportage dazu kommt am 3. Oktober um 16:30 Uhr.

Die Schweizer und Gregor und Karin traf ich auch noch. Den Schweizer Reportern Stephan und Basil musste ich noch ein kurzes Interview geben. Mal sehen, was die damit machen.

Feuerwerk wie aus 1001 Nacht

Ich hatte die Flasche Wein schon intus, als Johann kam, mit dem ich dann die ganze Show genoss: ein gigantisches, an der Kathedrale angebrachtes Feuerwerk, zusammen mit Musik aus spanischen und arabischen Rhythmen und Filmen, die an die Kathedrale projiziert wurden. Wir waren begeistert. Ich stand sicher wieder mit offenem Mund da. Zur Musik aus „1001 Nacht“ wurden die Raketen in den Abendhimmel gefeuert. Jeder Knall im Takt der Musik, umwerfend!

Jeder Knall im Takt der Musik – umwerfend!

Leider ALLE FILME UND FOTOS DES ABENDS MIT FEUERWERK HABE ICH VERLOREN. ICH HATTE MICH AUF DIE CD GESETZT, DIE IN MEINER ARSCHTASCHE STECKTE. WAR DEN GANZEN TAG FIX UND FERTIG. DAS PASSIERTE MIR IN PORTO.

Mit Party war nix mehr. Noch zwei Bierchen, und um 2 Uhr lag ich im Bett. Der Schlafsaal war proppenvoll.

82. TagDienstag, 25.07.2006 – Santiago de Compostela

Der letzte Tag in Santiago

Um 10 Uhr traf ich mich mit Johann vor der Kathedrale. Gregor und Karin sowie die beiden Deutschen, die ich in Burgos kennengelernt hatte, waren auch da. Die beiden Tschechen sah ich auch. Wir sahen uns die Prozession vor der Kathedrale an. Na ja, nix für mich, die ganzen „Geistlichen“ mit ihren bunten Gewändern. Der Bischof war auch dabei.

Den ganzen lieben Tag bummelte ich durch die Gassen und über die Plätze, war lange in der Kathedrale und relaxte. Ich traf auf Günter, den Schwaben, die blonde Dänin und Ben mit seinen Mädels. Auch der Kauf eines Camino-Shirts musste sein. Auf der Terrasse eines Restaurants ließ ich mich nieder und speiste fürstlich (Artischocken, Jamón, Pimientos und eine Flasche Wein). Gregor und Karin (Mitte) aus Österreich gesellten sich zu mir, und wir quatschten ’ne ganze Weile.

Am Abend traf ich mich wieder mit Johann. Außerdem machte ich Bekanntschaft mit einer älteren Dame aus Deutschland, die in Genf lebt, und mit Martina. Man hatte sich ’ne Menge zu erzählen. So ins Gespräch vertieft, fiel mir ein bekanntes Gesicht ins Auge. Es war Jens Wingert aus Konstanz. Was für eine Freude! Dass ich den noch mal treffen würde, hätte ich nicht gedacht. Ja, der Camino: So sieht man sich dann doch wieder.

Zum Abendessen verabredete ich mich mit Johann und Martina. Nach einigen Drinks verabschiedeten wir uns, denn morgen geht dann wieder jeder seiner eigenen Wege. Auf dem Weg zur Albergue traf ich noch die Priestertruppe aus den USA, die mir schon mal begegnet war. Nette Typen.

Heimreise

Am nächsten Morgen, dem 26. Juli 2006, ging mein Bus um 11 Uhr Richtung Porto. Ich hatte Platz Nr. 9, und neben mir nahm Samuel Ryan aus Kanada Platz. Es sollte noch eine lustige und aufregende Reise werden.

SantiagoPortoLissabonSintraSagresSevillaGranadaMadridToledoSierra NevadaBarcelonaParisMünchenSpitzingsee

Von Porto ging es weiter nach Lissabon, Sintra, Sagres, Sevilla und Granada, wo sich unsere Wege trennten. Er fuhr mit dem Zug an die Küste, und ich machte mich auf den Weg nach Madrid, von wo es dann weiter nach Toledo, in die Sierra Nevada und nach Barcelona ging. In Barcelona verbrachte ich einige wunderschöne und zugleich unvergessliche Tage bei Sebastian und Jacky. Von Barcelona aus ging es weiter nach Paris, was die letzte Station dieser aufregenden Reise sein sollte. Nachdem ich die ganze Nacht in einer Disco verbracht hatte, ging es morgens mit dem Zug zurück nach München.

Am 19. August, pünktlich zum Seefest am Spitzingsee, war ich wieder daheim. Was für eine Zeit!

Nacht!

Vielen Dank allen, die es sich wirklich angetan haben, das hier alles zu lesen.

¡Buen Camino!