Ein unspektakulärer Tag
Was für ein Tag! Kurz vor 6:00 Uhr aufgestanden, ging’s ab in die Spur. In der Gîte schnell noch einen Löffel Konfitüre erhascht. Eigentlich ein unspektakulärer Tag. Kurz vor Figeac traf ich eine junge Französin. ’Ne ganz Nette, mit der man sich auch auf Englisch unterhalten konnte. Das ist ja bekanntlich nicht bei allen Franzosen so. Sie ging weiter den GR 65, und ich nahm dann doch die Straße nach Figeac. In Figeac habe ich mich gleich ums tägliche Brot gekümmert. Nichts ist schlimmer, als hungrig zu wandern.
Figeac
Figeac hat mir auf Anhieb gefallen, mit seinen alten gotischen Bauwerken, den Gassen und der angenehm quirligen Art. Die Kathedrale ist sehr beeindruckend mit ihren vielen Bögen und bunten Fenstern. Ich hatte nur zu wenig Zeit, um hier ein wenig gemütlich in einem der Straßencafés zu verweilen. Heute ärgere ich mich, dass ich mir die Zeit nicht genommen habe.
In einer Bar sah ich mir das WM-Spiel England – Paraguay an. 1:0. Nach dem gekauften Dosenbier und zweimal 0,25 l in der Bar war ich leicht angeheitert. Ich sah mir noch den Stein von Rosette mit seinen altägyptischen Hieroglyphen an, die Jean-François Champollion entzifferte, schlenderte durch die Straßen und machte mich auf die nächsten 5 km nach La Cassagnole. Es sollten fünf sehr lange Kilometer werden.
Das Paradies aller Gîtes
Auf dem Weg dorthin hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Man könnte sich auch unten was zum Grillen kaufen, oben auf dem Berg ein Feuerchen entfachen und eine Wurst oder ein Steak brutzeln.
Kurz bevor ich die Gîte erreichte, kam der Gitealiero im Auto an mir vorbei und fragte, ob er meinen Rucksack auf den letzten Metern mitnehmen soll. NEEEE, das geht nicht! Dort angekommen, hatte ich das Paradies aller Gîtes gefunden. Der Gitealiero war ein ganz netter Herr und sprach zu meiner Verwunderung auch Deutsch.
NEEEE, das geht nicht!
Beim Abendbrot lernte ich ein reizendes älteres Ehepaar aus Dänemark kennen. Wir plauderten über Gott und die Welt. Ich hatte mal wieder gut gekocht und bei der Weinwahl goldrichtig gelegen.
PS Wegen der Schmerzen im Fuß ging’s heute schön gemach dahin. Die Gîte ist der Hammer, sehr zu empfehlen!