Weiter Richtung Meer
Ich hatte schön ausgepennt und bin wieder mal voller Freude losgelaufen. Vorher gab’s natürlich noch ein kleines, gemütliches Frühstück. Ein wirklich schöner Weg wartete da auf mich. Leider hing der Himmel voller Wolken, sodass die Sicht auf die Stadt nicht so berauschend war. Es ging bergauf und bergab. Eine Zeit lang lief ich mit einer Französin zusammen.
In Ponte Maceira, dem kleinen Örtchen mit der wundervollen Brücke, legte ich einen Stopp ein, um mich an einem Bier und Pimientos de Padrón zu stärken. Im Nachhinein sollte sich herausstellen, dass das die besten Pimientos de Padrón waren, die ich je gegessen hatte. Super zubereitet, mit grobem Salz. Hmmm!
Der Fluss mit dieser schönen, ihn überspannenden Brücke, den großen, schroffen Felsen im Wasser und dem Wasserfall ist sehr sehenswert und lädt zum Verweilen und Fotografieren ein. Meine Wenigkeit verweilte und knipste ’ne ganze Weile. ;-) Mein im Nachhinein überflüssiger Hundeschocker wäre mir fast ins Wasser gefallen. So, ich hatte mich ausgeruht, Fotos gemacht und diesen wunderbaren Ort genossen, da schickte ich mich an, das Brücklein zu überqueren, um meinen Weg fortzusetzen.
Mein Hut, mein Hut!
Kurz vor dem Ende der Brücke passierte es dann. Ich hatte bis dato in diesen Situationen immer höllisch aufgepasst, doch nun sollte es doch geschehen. Auf den letzten Metern trug eine plötzlich daherkommende Windböe meinen geliebten Hut davon und ließ ihn sanft in die Strömung des Wassers unter mir segeln.
Wie von der Tarantel gestochen rannte ich los zum Ufer, entledigte mich im Nu meines Rucksacks, ließ einige Schreie los – die auch noch Anwohner mit einem Schmunzeln auf den Lippen aus ihren Fenstern schauen ließen – und hechtete in die Fluten. Mein Hut, mein Hut, oh Gott, mein Hut! Ich wäre lieber ersoffen, als ohne diesen treuen Wegbegleiter wieder an Land zu kommen. Na ja, ganz so auch nicht, aber es hätte mich hart getroffen.
Mein Hut, mein Hut, oh Gott, mein Hut!
Ich entstieg den Fluten, nass von oben bis unten, aber happy. Meinen Stock hatte ich als Hut-heraus-Fischgerät benutzt. Mit einem breiten Freudengrinsen übers ganze Gesicht machte ich mich so nass, wie ich war, mit Stock und Hut wieder auf den Weg. Was für ’ne Einlage!
Negreira
Als ich in Negreira ankam, war alles getrocknet. Es waren keine Betten mehr frei, aber Matratzen gab es. Wie einige andere nahm ich mir eine der blauen Sportmatratzen und schlug mein Schlaflager im Freien auf. Zuvor gab es Tomaten, Zwiebeln, Oliven, Käse und Brot. Johann brachte für den Abend noch zwei Flaschen Rotwein mit, Irache und Rioja. Wir hatten ’ne Menge zu quatschen und einen schönen Abend.
Ich schlief jedoch in der Nacht sehr schlecht und musste mitten in der Nacht auch noch pinkeln, was ich gleich nutzte, um mich ein Weilchen ans Internet zu setzen. Danach schlief ich aber auch nicht besser.
Gute Nacht.