Das Ende naht
Ach, mir ging’s heute gar nicht sooo gut. Ich spürte das Ende nahen und war etwas depressiv gestimmt. Der anschließende Kaffee in der Bar Lino machte mir wieder Mut. Es sollte wieder ein sehr heißer Tag werden. Zu alledem kam noch ein andauernder Schmerz im rechten Oberschenkel, ein Krampf oder ’ne Zerrung. Das ging den gaaanzen Tag so. Mit Magnesium und Aspirin wurde es leicht besser.
Es ging heute ganz leicht dahin, schön durch die besagten Eukalyptusbäume. Nur die Hitze …! Das Wasser ging mir auch aus, aber ich überstand das heute leicht. Später traf ich auf Sebastian, ein feiner Kerl. Er war erst kurz auf dem Weg und noch zu 100 % zivilisiert. Er machte nur drei Pausen, und ab der dritten pilgerten wir gemeinsam weiter. Trotz der Hitze war’s ein angenehmer Wandertag, dank des erfrischenden Dufts der Eukalyptusbäume.
Monte do Gozo
Da Sebastian noch frisch war, ging er mit großen und schnellen Schritten, was uns sehr schnell zum Monte do Gozo brachte. Dort wartete ein in seinen Ausmaßen gewaltiger Gebäudekomplex auf uns. Am großen Pilgerdenkmal (2) mit Blick auf Santiago trafen wir Herbert aus Augsburg. Er ist extra wegen eines Fotos noch mal hier hochgekommen. Er gab uns noch nützliche Tipps mit auf den Weg.
Wir saßen gerade bei der Anmeldung zu unserer heutigen Unterkunft, und es bediente uns die wohl schärfste Hospitalera des gesamten Weges. Da trudelte auch schon Johann ein. Dieses Energiebündel hinter dem Schreibtisch hieß Bernadett und stammt aus Borna. Ich hatte sofort geahnt, aus welcher Ecke sie stammt. Wir haben dann ’ne ganze Weile mit ihr geplaudert und einen Megaspaß gehabt. 19 Jahre jung, streng katholisch und mit einem beachtlichen IQ ausgestattet. Dazu kommt noch ’ne Gusche, die läuft wie eine Nähmaschine. ;-)
Johann nahm uns dann mit in ein typisches galicisches Restaurant, und mit Vino de la casa, Pulpo, kleinen Pulpos, Salat und gegrillten Schoten machten wir drei uns einen hervorragenden Abend. Wieder im Refugio, plauderten wir noch ’ne ganze Weile mit Bernadett und schlürften noch ein Bierchen. Dann ging’s auch schon ab in die Falle. Ich hatte zwei ganz nette Dänen auf dem Zimmer. Ich finde, Dänen sind von ihrer Art her etwas ganz Besonderes. Und ich habe viele Dänen auf dem Weg kennengelernt.
Das soll’s dann gewesen sein????
Morgen sind es noch 5 km bis Santiago de Compostela, und bei dieser Vorstellung überkommt mich ein grausames Gefühl. Das soll’s dann gewesen sein????