Mein Jakobsweg 2006 · Tag 6

Emmetten – Flüeli-Ranft

📅 Mittwoch, 10.05.2006🌥️ Trocken und bewölkt🌾 Nacht im Stroh

Eine Mordstour

So, neuer Tag, neues Glück. 6:15 Uhr aufgewacht, angezogen, gegenüber etwas zu essen gefasst und ab in die morgendliche Spur. Wir haben heute eine Mordstour vor uns. Es war den ganzen Tag trocken, obwohl der Himmel dicht mit Wolken behangen und kein Sonnenschein in Sicht war. So was schreckt uns jedoch nicht ab.

In Beckenried habe ich mir in der Kirche einen Stempel geholt. Dann ging es weiter über Buochs nach Stans. Ein Katzensprung. Heute hatte ich die schmerzende Sehne am rechten Fuß. Die Schmerzgebiete wechseln sich ab, und das Tag für Tag. Geht’s auch mal ohne???

Eine seltsame Begegnung

Wir trafen eine sehr dubiose Wanderin auf ihrem Weg nach Genf. Wir waren aber froh, dass wir sie danach nicht mehr trafen. Sie hatte mit dem Jakobsweg nix am Hut, regte sich über die Beschilderung auf und war völlig unrelaxt.

Kohldampf

Ich überlegte, ob ich heute nicht mal wieder mein Zelt aufschlagen oder doch eine Unterkunft nehmen sollte. Heute habe ich extrem viel gegessen:

  • 1 Apfel
  • 2 Bananen
  • 2 Snickers
  • 1 Ei
  • 5 Scheiben Brot
  • 250 g Käse
  • 2 Landjäger

Ich hatte aber auch so richtig Kohldampf heute. Das hatte unheimlich starke Blähungen zur Folge, sodass ich immer hinter Harald lief. :-)

Neuer Tag, neues Glück.

Zu zweit

Ja, ich denke, zu zweit gehen ist zwar ganz schön, man sagt manchmal lange Zeit nix, aber die gewisse Einsamkeit auf dem Weg geht einem schon ab.

Ab ins Stroh

Bei unserer heutigen Quartiersuche hätten wir in der Jugendunterkunft „Bruder Klaus“ 28 Franken ohne Essen zahlen müssen. Dad jehd gor ni! Also beschlossen wir, das Schlafen im Stroh auszuprobieren, worüber wir schon so oft geredet hatten. 25 Franken inkl. Frühstück. Das ist doch was!

Direkt auf einem Bauernhof mit separatem Schlafgebäude. Sehr schön hergerichtet. Unten befand sich der Aufenthaltsraum mit Küche und Kamin, den wir jedoch nicht benutzten. Jetzt noch schön zu Abend essen, waschen und ab ins Stroh. Bin gespannt, wie es sich darin schläft. Den Postkarten und dem Pilgerbuch nach geht’s hier richtig rund. Vor allem viele Kindergruppen übernachten hier.

PS Schlafen im Stroh klingt zwar cool, aber man gräbt sich eine Grube ins gelbe Geflecht, und die bleibt dann die ganze Nacht so. Eher unangenehm zum Schlafen. Trotzdem ’ne tolle Sache!