Pilgermesse und Abschied von Walter
Am Morgen besuchten wir zusammen mit vielen anderen Pilgern die Pilgermesse um 7:00 Uhr in der Kathedrale von Le Puy-en-Velay. Da hatten wir auch Walter wiedergesehen. Nach der Pilgermesse lud er uns spontan zu einem Café ein. Wir redeten und genossen den Moment. Wir verabschiedeten uns, ohne es zu wissen, für immer. „Für immer“ will ich trotzdem nicht sagen. Wer weiß?
Danach machten wir uns auf ins Velay. Es waren schon bedeutend mehr Pilger auf dem Weg als auf den letzten 800 km. Jens sahen wir heute auch nicht mehr. Netter Kerl, aber endlich kein Klack, Klack mehr. Es war eine sehr schöne Strecke durch die alten Vulkanhügel, die sich durchs Land hügelten.
Eine Tafel in La Roche
Beim ersten Halt und der Vesper in La Roche stießen wir auf eine Tafel mit dem Namen von Haralds Onkel und einem deutschen Mitpilger. Unglaublich. Mich hat’s sehr tief bewegt. Ich möchte gern wissen, was tatsächlich in Harald vorging. Er rechnete sich sofort aus, wann sein Onkel 2004 hier war und wann er damals in Santiago ankam. Somit hatte er wieder einen neuen Bezugspunkt. Er ist ja drauf und dran, unbedingt zum Feuerwehrfest in seiner Ortschaft wieder da zu sein.
An einem kleinen Brunnen, wo wir uns Wasser holten und einen Snickers gönnten, strolchte ein kleiner, putziger Wauwau herum, der sich über unseren Besuch freute und die umherliegende Kuhscheiße fraß. Ansonsten war’s heute sehr kalt und windig. Wir trafen eine Gruppe Franken. Einer von ihnen war schon mal in der Jagdhütte am Spitzingsee, direkt neben uns, der Alten Wurzhütte.
Bergab nach Monistrol
Es ging heute ziemlich zügig voran, und wir überholten ’ne ganze Menge Pilger. Es sollte ein gemütlicher Tag werden, an dem wir unser Ziel nach 28 km erreichten. Bei Rochegude ging es wirklich steil den Berg hinunter. Nix für unsere Knie. Harald hatte seit gestern auch die Probleme am Schienbein, also nahmen wir für die letzten 5 km die Straße. Was auch seine Reize hatte, denn man konnte schön die Maserung des Gesteins sehen.
Gott sei Dank waren noch Plätze in der Gîte frei, für 7,50 €. Die meisten Pilger reservieren vorab, was ich ganz klar nicht gutheiße. Ich find’s den anderen gegenüber nicht fair. Na ja! Bis jetzt schien die Sonne, und nun ziehen dunkle Wolken über uns. Habe gehört, dass es in Deutschland regnet. Bis jetzt hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Gut, dass es Softshell gibt. Das BESTE für diese Reise.
Gut, dass es Softshell gibt. Das Beste für diese Reise.
Ich könnte streckenweise fressen wie ein Bekloppter. Freute mich schon aufs Abendmahl. Am Abend gab’s Ravioli und Käsekuchen. Nach den Ravioli und dem Puddingkuchen ging’s pünktlich um 20 Uhr ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.
PS ’Ne super kleine, schnuckelige Gîte direkt am Wege. Wir hatten uns dann in einem kleinen Laden unten im Dorf etwas zu essen gekauft. War ein gutes Stück zu laufen bis dahin.